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Aufstand der Sexfilmer/Spiegel.de Netzwelt vom 29.10.2010

Aufstand der Sexfilmer


Kampf dem Erotik-Klau


Von Frank Patalong



Webseite des CPR-Treffens: Wiederbelebung für das Porno-Business?

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Webseite des CPR-Treffens: Wiederbelebung für das Porno-Business?





2. Teil: Was der erste Erfolg der neuen Strategie ist


Als Referenten traten auf dem Branchengipfel vor allem Anwälte von auf Copyright-Themen spezialisierten Kanzleien auf. Was bei den Diskussionen herauskam, ist nur gerüchteweise bekannt: Einigkeit soll darüber geherrscht haben, den Tube-Betreibern gemeinsam Paroli zu bieten. Streit gab es dagegen über die Frage, ob man wirklich Porno-Konsumenten, die ohne kommerzielles Interesse Filme, an denen sie keine Rechte besitzen, per Portal oder P2P-Börse weiterverbreiten, zu Tausenden abmahnen sollte.


Tatsächlich hat das in den USA schon längst begonnen. Seit dem Sommer soll es mehrere tausend Klagen gegeben haben. Die Befürworter der Strategie versprechen sich von einer solchen Abmahnwelle eine noch höhere Erfolgsquote als beim Musik- und regulären Film-Business. Der Grund dafür ist der Scham-Faktor: "Ich vermute, das wird ziemlich peinlich für einen User, der wegen der Nutzung eines Zwitter-Filmes verklagt wird", beschrieb Pink-Visual-Chef Allison Vivas im letzten Monat der Nachrichtenagentur AFP seine Theorie zur erhöhten Zahlungsmotivation der Abgemahnten.


Was wohl nicht zufällig nach einer Drohung klingt: Seit August durchforsten spezialisierte Fahnder einschlägige BitTorrent-Verteilkreise, fast 700 Anzeigen wurden allein im September durch eine einzige Firma, von Larry Flynt Publishing, auf den Weg gebracht. Doch die eigentliche Hoffnung setzt die Branche auf die Konfrontation der Tube-Szene. Pink Visual klagte bereits im Februar gegen die Betreiber der Brazzers-Kette, die mindestens fünf Tube-Seiten unterhält.


Die Klagewelle kommt


Und siegte: Anfang Oktober einigten sich die Unternehmen außergerichtlich auf einen Schadensersatz in nicht bezifferter Höhe - vor Gericht waren 6,7 Millionen Dollar eingefordert worden. Wichtiger aber als Zahlungen dürfte Pink Visual sein, dass die Brazzers-Seiten dazu verpflichtet wurden, Copyright-Filter, die auf digitalen Wasserzeichen beruhen, einzusetzen. Im Gegenzug verpflichteten sich zehn der größten Porno-Studios der USA, auf weitere Klagen gegen Brazzers zu verzichten.


Das eingesetzte Überwachungsprogramm ist FSC APAP der sogenannten Free Speech Coalition (FSC), einer politischen Lobbyorganisation der US-Sexbranche. Das Programm wurde im Rahmen des CPR-Kongresses ausführlich vorgestellt. Es ist ein gemischter Ansatz aus technischen und juristischen Dienstleistungen: APAP umfasst das Einfügen digitaler Wasserzeichen, Crawler-basierte Web-Suche nach unlizenziertem Einsatz solcher gekennzeichneter Videos und die sofortige Abmahnung solcher Verstöße. Als Zugeständnis für Tube-Seiten-Betreiber offeriert die FSC andererseits, für die Ersetzung beanstandeter Clips durch werbliche Materialien, sogenannte Promo-Clips, kleinere Zahlungen. Auf diese Weise sollen die Porno-Piraten-Plattformen in Werbe-Websites für die Branche umgewandelt werden.


Auch der Einsatz solcher Content-Filter folgt dem YouTube-Vorbild und soll dafür sorgen, dass Copyright-Verletzungen umgehend eingestellt werden - oder eben adäquate Tantiemenzahlungen oder werbliche Leistungen erfolgen. Über die Einhaltung solcher Regeln wachen neben der FSC auch spezialisierte Unternehmen wie die Media Copyright Group oder Copyright En****ment Services. Alle Agenturen waren in Tucson prominent vertreten - als Referenten und wohl auch zur Kundenakquise.


Die Klagewelle dürfte also nicht mehr lang auf sich warten lassen: Sie hat das Potential, im Web für erhebliche Unruhe zu sorgen und das Medium wieder einmal zu verändern. Ob es dadurch aber wie beabsichtigt gelingen wird, Web-Nutzer dazu zu erziehen, wieder Geld für Schlüpfrigkeiten auszugeben, darf getrost bezweifelt werden. Das Web hat kein Rotlichtviertel, das man so einfach kontrollieren könnte - es hat eine Rotlichthälfte.

0 Kommentare geschrieben am 20.11.2010

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